








Neurofeedback? Wie Gehirntraining bei Angst, Stress und PTBS helfen kann

Was ist Neurofeedback?
Wie Gehirntraining bei Angst, Stress und PTBS helfen kann
Unser Gehirn ist das komplexeste Organ unseres Körpers. Es steuert Gedanken, Emotionen, Stressreaktionen und Körperfunktionen. Doch nach traumatischen Erlebnissen, bei chronischem Stress oder Angststörungen geraten die neuronalen Netzwerke häufig aus dem Gleichgewicht: Das Gehirn verharrt in einer ständigen Alarmbereitschaft (Hyperarousal) oder zieht sich in eine emotionale Erstarrung zurück.
Hier setzt
Neurofeedback an – eine moderne, wissenschaftlich fundierte Form des Biofeedbacks, die es dem Gehirn ermöglicht, sich selbst wieder in Balance zu bringen.
Wie funktioniert Neurofeedback?
Neurofeedback nutzt die Fähigkeit unseres Gehirns zur kontinuierlichen Veränderung – die sogenannte Neuroplastizität.
Messung der Gehirnaktivität (EEG): Während einer Sitzung werden schmerzfrei kleine Sensoren auf der Kopfhaut angebracht. Diese messen die elektrischen Gehirnwellen (EEG) in Echtzeit.- Echtzeit-Feedback: Die gemessenen Gehirnwellen werden von einer Spezialsoftware analysiert und visuell oder auditiv zurückgemeldet – beispielsweise über einen Film, ein Spiel oder eine Musiksequenz auf einem Bildschirm.
- Lernen durch Belohnung: Funktioniert das Gehirn in einem entspannten und fokussierten Frequenzbereich, läuft der Film flüssig oder die Musik klingt klar (Belohnung). Fällt das Gehirn zurück in Stress- oder Übererregungsmuster, stockt das Signal.
Durch diese unmittelbare Rückmeldung lernt das Gehirn unbewusst, günstige Zustände gezielter einzunehmen und zu halten.
Welche Gehirnwellen spielen eine Rolle?
Unser Gehirn arbeitet mit unterschiedlichen Frequenzbändern, die verschiedenen Zuständen entsprechen:
Delta & Theta (langsame Wellen): Dominieren im Tiefschlaf, bei tiefer Entspannung oder Tagträumen. Bei Traumata oder ADS sind sie oft im Wachzustand erhöht.- Alpha (8–12 Hz): Der Zustand entspannter Wachheit und innerer Ruhe. Ideal für die Stressregulation.
- SMR / Low Beta (12–15 Hz): Steht für körperliche Ruhe bei gleichzeitig hoher geistiger Fokussierung.
- High Beta (über 20 Hz): Tritt bei hoher Konzentration auf, aber auch bei Angst, Panik, Unruhe und Stress.
Anwendungsbereiche von Neurofeedback
In der psychotherapeutischen und psychosomatischen Praxis wird Neurofeedback besonders erfolgreich eingesetzt bei:
Angststörungen und Panikattacken: Beruhigung überaktiver Angstnetzwerke im Gehirn.- Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS): Regulation von Flashbacks, Hyperarousal und emotionaler Taubheit.
- Stress und Burnout: Wiederherstellung der mentalen Regenerationsfähigkeit.
- Schlafstörungen: Förderung von Alpha- und Delta-Wellen für besseres Ein- und Durchschlafen.
- ADHS / ADS: Verbesserung von Konzentration, Impulskontrolle und Aufmerksamkeit.
Vorteile für die Therapiepraxis
- Schmerzfrei und nebenwirkungsarm: Neurofeedback greift nicht medikamentös ein, sondern nutzt die natürlichen Lernmechanismen des Gehirns.
- Nachhaltige Effekte: Einmal erlernte Regulationsmuster bleiben dem Gehirn dauerhaft erhalten – vergleichbar mit dem Erlernen des Fahrradfahrens.
- Kombinierbar: Neurofeedback lässt sich hervorragend mit klassischer Psychotherapie, Traumatherapie und Entspannungsverfahren kombinieren.
Fazit: Das Gehirn als lernfähiges System
Neurofeedback ist kein Zaubermittel, sondern ein gezieltes Training für das zentrale Nervensystem. Es gibt Betroffenen ein mächtiges Werkzeug an die Hand, um die Kontrolle über die eigenen mentalen und körperlichen Zustände zurückzugewinnen.
Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Neurofeedback in unserer Praxis eingesetzt wird? Besuchen Sie uns gerne auf
www.ileko.org oder vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch.










